26.03.2019

Faire Geste des Monats – Marco Vorbrock vom FC Schüttorf 09 ausgezeichnet

Autor / Quelle: AH

Marco Vorbrock, Trainer der B-Junioren des FC Schüttorf 09, ist für die „Faire Geste des Monats“ ausgezeichnet worden. Im Bezirksligaspiel gegen die JSG Wietmarschen/Lohne hatte er, nachdem sich gleich zwei Spieler der Gäste verletzt hatten, kurzerhand auch einen Spieler vom Feld genommen, um „Zehn gegen Zehn“ weiterzuspielen.

Nein, sportlich läuft es nicht wirklich rund für die B-Junioren des FC Schüttorf 09 in der Bezirksliga III im Bezirk Weser-Ems: 8 Punkte aus 17 Spielen bei einem Torverhältnis von 15:82 bedeuten nach rund zwei Dritteln der Saison aktuell Platz 13 in der Tabelle, gleichbedeutend mit einem Abstiegsplatz. Große Chancen rechnete sich daher Schüttorfs Trainer Marco Vorbrock nicht aus, als die JSG Wietmarschen/Lohne, im Tabellenmittelfeld platziert, am 23. Februar zum Punktspiel nach Schüttorf anreiste, zumal das Hinspiel beim Grafschafter Mitkonkurrenten schon mit 1:5 verloren gegangen war.

In den ersten fünf Minuten der Begegnung sah sich Vorbrock auch direkt bestätigt. „Wietmarschen war drückend überlegen. Wir hätten da schon mit 0:3 zurückliegen können“, gab der Schüttorfer Trainer zu. Doch dann passierte es: bei einem hohen Ball setzten zwei Wietmarscher Spieler zum Kopfball an und prallten unglücklich zusammen. Einer der beiden Spieler erlitt dabei eine Platzwunde an der Schläfe, der andere klagte über Schwindelgefühle und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Allerdings war die JSG Wietmarschen/Lohne nur mit einem knappen Kader von zwölf Spielern nach Schüttorf angereist und musste, da beide Verletzten nicht weiterspielen konnten, folglich fortan die restlichen rund 75 Minuten der Begegnung mit zehn Spielern bestreiten.

Vorbrock hatte während der langen Verletzungsunterbrechung bereits geahnt, dass beide Spieler ausfallen würden und schon da die Entscheidung getroffen, dann auch selbst einen Spieler vom Feld zu nehmen, um mit zehn gegen zehn weiterzuspielen. Vorbrock betonte, dass ein Großteil seiner Spieler sofort Verständnis für seine Entscheidung hatte. Diejenigen, die zunächst einer möglicherweisen verpassten Chance auf einen Sieg nachtrauerten, entschuldigten sich nach dem Spiel sogar bei ihrem Trainer und gaben ihm im Nachhinein recht. Dass Vorbrock und die Spieler in dieser Situation nicht an die eigentlich dringend benötigten Punkte im Abstiegskampf in der Bezirksliga dachten, lobte auch Holger Koke vom FC Schüttorf 09: „Dadurch hat diese faire Geste einen noch höheren Stellenwert“.

Dem pflichteten auch der Kreisvorsitzende Georg Alferink, der Vorbrock ein kleines Geschenkepaket von der VGH und dem DFB mit Urkunde, einem Fußball, einem Duschtuch sowie einem DFB-Gutschein überreichte, und der stellvertretende Bezirksvorsitzende Harald Koning bei. Es gebe kein Gesetz dafür, dass man sich in solchen Situationen sportlich verhalten müsse, betonte Koning. Er hoffe jedoch, dass der FC Schüttorf 09 in ähnlicher Situation auch so fair behandelt werde. Zudem forderte der stellvertretende Bezirksvorsitzende, generell solche Vorfälle zu melden, da es im Fußball viel zu häufig nur negative Meldungen gebe.

Sogar sportlich wurden die B-Junioren des FC 09 in der Begegnung am Ende zumindest zum Teil noch belohnt. Nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand holten die Jungs von Trainer Marco Vorbrock am Ende noch ein 3:3-Unentschieden, ein Ergebnis, „dass ich vor dem Spiel sofort unterschrieben hätte“, bekannte Vorbrock. Einen kleinen, aufgrund der schwindenden Kräfte vielleicht entscheidenden Vorteil für die Aufholjagd hatte er in dem Spiel für seine Jungs trotz allem noch ausgemacht: Im Gegensatz zu seinem Wietmarscher Kollegen konnte Vorbrock immerhin noch Spielerwechsel vornehmen.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 26.06.2019