08.11.2019

Walking Football: Turnierpremiere beim FC Schüttorf

Autor / Quelle: Hinnerk Schröer / FFor

Sechs Mannschaften sind am Wochenende beim Walking Football-Turnier in Schüttorf - im wahrsten Sinne des Wortes - über den Platz spaziert.

Schüttorf: Eine gelungene Turnierpremiere hat am Sonnabend die neue Senioren-Sportart Walking Football im Sportpark des FC Schüttorf 09 gefeiert. Auf dem Hauptplatz an der Salzbergener Straße sorgten sechs Mannschaften für eine internationale Atmosphäre. Denn mit je zwei Teams vom FC Twente Enschede und Heracles Almeo waren die Gäste aus den Niederlanden in der Überzahl. Jenseits der Grenze hat der „Spazierfußball“ auch schon eine längere Tradition. Auf Grafschafter Seite sind die Senioren-Fußballer des FC 09 seit diesem Jahr die Pioniere. Wie schnell sich die besondere Fußball-Form bei dem Obergrafschafter Verein etabliert hat, sorgt selbst bei den Verantwortlichen für eine positive Überraschung. Die Zahl der Akteure wächst stetig. Viele davon haben bereits in der Jugend, im Männer- und im Altherren-Bereich die Fußballschuhe für den FC 09 geschnürt. Jetzt nutzen sie die Möglichkeit, wieder gemeinsam gegen den Ball zu treten. „Das macht echt viel Spaß“, sagt Uwe Weinberg, der als U 50-Akteur eigentlich noch zu jung für die Senioren-Variante ist. Bei der Turnierpremiere einigten sich die Teams aber unbürokratisch darauf, dass alle mitspielen konnten, die Spaß an der Sache haben.

Wie gut die Routiniers aus den Niederlanden, deren Teams auch im Gesamtschnitt um einige Jahre älter waren als die Mannschaften des Gastgebers, die spezielle Fußball-Variante verinnerlicht haben, bekamen im ersten Turnierspiel aber auch Uwe Weinberg und seine Mannschaftskameraden zu spüren. „Im ersten Spiel haben wir Lehrgeld bezahlt, die haben uns richtig ausgespielt“, sagt Weinberg lachend. Der größte Unterschied ist, dass beim Walking Football nicht gelaufen werden darf, weder mit noch ohne Ball. Steilpässe sind deshalb kein probates Mittel: „Der Ball muss in den Fuß kommen“, so Weinberg.

Im Verlauf des Turniers zeigte sich aber, dass auch die Schüttorfer, bei denen auch der Vereinsvorsitzende Hannes Kerkhoff am Ball war, das Spiel beherrschen. Ein 09-Team erreichte sogar das Finale und hatte dort am Ende gegen ein Team des FC Twente die Nase vorn. Das Endspiel zeigte auch den besonderen Reiz des Spiels. Denn vor allem Edel-Techniker kommen die Regeln, zu denen auch das Verbot von Körperkontakt bei Zweikämpfen zählt, zu Gute. Mit zwei Toren brachte Spielgestalter Jörg Rencke, dessen Spiel seit jeher von guter Ballbehandlung geprägt ist, seine Mannschaft auf die Siegerstraße.

Der neuen Sportart steht auch der Kreisfußballverband sehr positiv gegenüber. Von der Turnierpremiere auf Grafschafter Terrain machte sich auch Klaus Hanenkamp ein Bild. Der Vorsitzende des Spielausschusses hat selbst schon Erfahrung beim Walking Football gesammelt. „Ich habe das bei einer Fortbildung in Barsinghausen ausprobieren können“, erzählt Hanenkamp, der bei dem Test auch auf eine Senioren-Auswahl des VfL Wolfsburg traf. Für den Funktionär liegen die Vorteile nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Vereine auf der Hand. „Das ist eine tolle Möglichkeit für Spieler aktiv zu bleiben, für die der normale Altherren-Bereich nicht mehr das Richtige ist“, sagt Hanenkamp mit Blick auf Tempo oder Verletzungen. „Und in den Vereinen bleibt die Gemeinschaft erhalten“, betont Hanenkamp. Deshalb will in Zukunft auch der Kreisverband intensiver die Werbetrommel für den Fußball auf Kleinfeld rühren.

Foto (Schröer): Im Finale standen sich die Teams des FC 09 (gestreifte Trikots) und FC Twente gegenüber; die Schüttorfer hatten am Ende die Nase vorn. 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 09.11.2019